Was ist Denunziation?

Ist es bereits denunzierend, wenn Menschen Plätze wie Marktplätze photographieren und sich dann in sozialen Medien, wie z. B. Facebook, negativ über die Anzahl der Menschen auslassen, die nichts anderes tun, als einkaufen und vielleicht sich ein wenig unterhalten oder einfach die Sonne genießen?

Oder soll ich das einfach nur als Dummheit, hervorgerufen aus großer Angst, verbuchen?

Jedenfalls steht jetzt der Hanauer Wochenmarkt vor der Schließung. Die Bürger und die Standbesitzer werden sicherlich dankbar sein.

Steigerungsraten gehen weiter nach unten

Die Steigerungsraten der bekannten Neuinfizieren geht weiter nach unten, was ein gutes Zeichen ist. Zurzeit liegt die Verdoppelung der Fälle bei ca. 6 Tagen (oder ca. 9,6% täglich als Querschnitt der letzten 3 Tage). Das ist natürlich weit aus besser, was wir vor einer Woche hatten. Die Sensibilisierung der Bürger und die Schließung der Schulung hat da wohl einiges zu beigetragen. So langsam müssten auch Ausgangssperre (Kontaktsperre, oder wie immer ihr das benennen wollt) anschlagen und die Zahlen müssten, sollten sie denn den erhofften und propagierten Nutzen bringen, weiter fallen.

Die täglichen Zahlen der Neuinfizieren sind Nonsens. Ich empfinde es weiterhin als enttäuschend, wie unsere Tagesschauen mit solchen Zahlen umgehen. Damit kann man nichts anfangen. Das dient nur dem Panik-Mode. Einzig interessant wären die Belegungsquote der Intensivbetten und der Immunen in der Bevölkerung. Doch diese eigentlich sehr wichtigen Daten sind nicht zu bekommen; welch ein Versäumnis …

Apropos: In diesem Jahr sind etwa 250.000 Menschen in Deutschland gestorben. 650 Menschen (0,26%) sind als Corona-Verstorbene heute (31.03.2020, 11:55) gelistet. Der große Teil dieser Menschen war bereits (schwer) krank. Die Anzahl der Menschen, die tatsächlich nur an Corona versterben, ist ungemein kleiner, konkrete Zahlen gibt es dazu nicht. Es ist also weiterhin wahrscheinlicher, auf der Straße von einem Auto überfahren zu werden, als an Corona zu sterben.

Pressemitteilungen der Stadt Hanau – Markt-Schließung, weil zu viele Menschen – Schutzmasken-Gebot

30.03.2020 – Imbisswagen dürfen nicht länger teilnehmen – Neue Regeln für den Hanauer Wochenmarkt.
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30.03.2020 – Schutzmasken-Gebot für Hanau – Viele Privatpersonen nähen bereits / Stadt liefert bis Ende der Woche Näh-Anleitung / Medizinische und Pflege-Einrichtung werden versorgt.
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Es liest sich immer grotesker…. Das wird nicht gut gehen. Das werden sich die Menschen nicht gefallen lassen.

Kommt die Handy-Überwachung?

Bewegungsdaten werden bereits ohne gesetzliche Grundlage geliefert

„Ungeachtet der Kritik von Datenschützern und der Opposition liefert der Mobilfunker A1 (Anm.: in Österreich) weiterhin anonymisierte Bewegungsdaten seiner Kunden an den Krisenstab der Regierung.“

Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000116163549/weltweite-standortueberwachung-mit-handydaten-gegen-das-virus


Altmaier spricht sich für eine Handy-Überwachung aus.
Epidemiologe Gérard Krause sagt, das bringt gar nichts.

Um Infektionsketten leichter verfolgen zu können, liebäugelt die Bundesregierung weiterhin mit der Handyortung bestätigter Corona-Infizierter. Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zunächst damit gescheitert war, per Gesetz das Aufspüren von Corona-Kontaktpersonen per Handydaten zu erlauben, sagte Spahn bereits am Donnerstag: „Diese gesellschaftliche Debatte braucht es aus meiner Sicht.“

Gérard Krause glaubt nicht, dass darüber noch einmal diskutiert werden muss. „Ich bin gegen die Handyortung“, sagt der Epidemiologe des Helmholtz-Instituts. Zum einen, weil die räumliche Nähe allein nicht ausschlaggebend für das Infektionsrisiko sei. Zum anderen würden Menschen durch das Handytracking unnötig verängstigt. Und da es wenig Nutzen bringe, sei es nicht verhältnismäßig, da es massiv in die Bürgerrechte eingreife.

Er sagt weiter: „Das entscheidende Kriterium, an dem wir festmachen, ob wir unsere Strategie anpassen können und dürfen, ist, inwiefern unser Gesundheitssystem zu dem Zeitpunkt belastet ist.“

Quelle: Anne Will, ZDF, 29.03.2020

Österreich: Beatmungsgeräte und Überwachung

Nur rund ein Drittel der Beatmungsgeräte noch frei

Laut Daten des Gesundheitsministeriums sind derzeit nur noch etwas mehr als ein Drittel der Beatmungsgeräte für Corona-Patienten frei, bei den Intensivbetten in den Spitälern ist es noch genau die Hälfte. Die Kapazitäten sind allerdings regional sehr unterschiedlich.

Insgesamt stehen in Österreich derzeit 2.584 Beatmungsgeräte zur Verfügung. Frei für Corona-Patienten sind allerdings nur noch 908 oder 35 Prozent (Werte stammen vom 27.3.). Die anderen Geräte sind vor allem für Patienten mit anderen Erkrankungen im Einsatz. Zu beachten ist dabei allerdings, dass die Kapazitäten regional sehr unterschiedlich verteilt sind. So sind etwa in Niederösterreich nur noch 50 von insgesamt 550 Geräten (9 Prozent) frei. Vergleichsweise gering sind die freien Kapazitäten auch in der Steiermark (16 Prozent) und in Wien (19 Prozent). Das am stärksten von der Krise betroffene Bundesland Tirol hat noch 126 von 215 Geräten frei (59 Prozent). Am entspanntesten ist die Lage in Oberösterreich (70 Prozent) und in Salzburg (82 Prozent).

Kurz wollte beim deutschen Medizintechnikhersteller Dräger 1.000 Beatmungsgeräte bestellen, wie Vorstandschef Stefan Dräger zuletzt in einem „Spiegel“-Interview erklärte. Er könne jedoch nur 50 bekommen.

Von den Intensivbetten in Österreichs Spitälern ist noch genau die Hälfte (1.071 von insgesamt 2.159) für Covid-19-Patienten frei.


SPÖ für Task Force zu „Big Data“

Auch die SPÖ zeigt sich beim möglichen Einsatz von „Big Data“ gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie skeptisch. Für Parteichefin Pamela Rendi-Wagner ist dies „eine äußerst sensible Thematik“, sie verlangte am Freitag via Aussendung die Einsetzung einer Task Force mit Vertretern der Opposition, der Datenschutzbehörde und Verfassungsrechtsexperten.

Eingriff

„Big Data“ könne wesentliche Eingriffe in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger bedeuten, meinte Rendi-Wagner. „Gerade in Zeiten der Krise muss mit unseren Grund- und Freiheitsrechten sorg- und achtsam umgegangen werden.“ Es gehe um eine seriöse und vorsichtige Abwägung zwischen dem Schutz der Gesundheit und dem Wahren der Freiheitsrechte. Eine Nicht-Einbindung der Opposition bei diesem Thema wäre für die SPÖ-Obfrau das Gegenteil eines nationalen Schulterschlusses. (APA, 27.03.2020)

Quelle: https://www.derstandard.at

Die Zeit der Denunzianten

TAZ vom 28./29.03.2020

„Laut Polizeibericht in München wählte ein Anrufer die 110, weil er aus einer Wohnung in Schwabing laute Musik hörte.“


„Weil sie ihre Kinder von der Schwester betreuen ließ, um einkaufen zu gehen, hat die Polizei eine Mutter wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt.“

https://coronaoberleo.wordpress.com/2020/03/25/anzeige-wegen-kinderbetreuung-in-bayern/